
Betthupferl – Staffel 2 | Folge 2
30. März 2026
Betthupferl – Staffel 2 | Folge 4
26. Mai 2026Betthupferl – Staffel 2 | Folge 3
Von Catherine Faber
Die Tür fiel leise ins Schloss.
Sabine verharrte einen Moment im Flur, bevor sie den Schlüssel in das Schlüsselloch steckte. Sie drehte ihn einmal, zweimal und schließlich ein drittes Mal, obwohl sie genau wusste, dass dies eigentlich nicht nötig war.
Das mehrfache Klicken des Schlosses wirkte dennoch beruhigend auf sie. Sie zog den Schlüssel ab und lauschte noch einmal mit angehaltenem Atem. Im Treppenhaus waren gedämpfte Schritte zu hören, irgendwo schlug eine Tür. Stimmen, die sich entfernten. Alles wirkte normal.
Schließlich streifte sie ihre Schuhe ab, stellte sie ordentlich nebeneinander und hängte die Jacke an den Haken. Ihre lederne Handtasche legte sie wie immer auf die Kommode, direkt neben die Schale für ihre Schlüssel. Ein letztes Mal wanderte ihr Blick zurück zur Tür. Nur zur Sicherheit.
Sabine griff erneut nach dem Schlüssel, drehte ihn dreimal zurück, und dann wieder in die andere Richtung. Aufsperren, zusperren. Sicher absperren.
Langsam ging sie durch die Wohnung, ihre Finger strichen dabei unbewusst die tapezierte Wand entlang. Am Wohnzimmer angekommen, blieb sie kurz im Türrahmen stehen. Das Sofa, der Couchtisch, das Regal mit den Büchern – alles wirkte wie immer. Die Decke lag sauber gefaltet über ihrem Lesesessel, die Fernbedienung exakt parallel zur Tischkante.
Sie trat ein und ging direkt zum Fenster. Die Klebestreifen, die sie am Rahmen angebracht hatte, waren unversehrt. Ebenso an der Balkontür. Erst jetzt löste sich ein Teil der Anspannung in ihren Schultern. Anschließend überprüfte sie auch die Fenster in Bad und Schlafzimmer. In der Küche angekommen, stellte sie den Wasserkocher an. Während das leise Rauschen einsetzte, lehnte sie sich gegen die Arbeitsplatte und schloss für einen Moment die Augen.
Alles ist gut.
Das Klicken des Wasserkochers ließ sie leicht zusammenzucken. Sie goss das Wasser in eine Tasse mit einem Beutel ihres Lieblingstees und beobachtete, wie der Dampf aufstieg. Mit der Tasse in der Hand ging sie zurück ins Wohnzimmer und stellte sie auf einen Untersetzer auf dem Couchtisch ab, ließ sich auf die Couch sinken und schaltete den Fernseher ein.
Sie hob ihr Handgelenk, doch die Smartwatch blieb dunkel. Keine neuen Nachrichten.





